Wenn einer nur meine Sprache verstünde, er könnte mich sofort gewinnen,
berechenbar wäre ich wie das kleine Einmaleins;
lesbar bin ich leicht wie eine Fibel für den, der Außerirdisch spricht.
Auch das Meer schweigt.
Arno Schmid hatte recht:
"Die Welt der Kunst und Literatur ist die einzig Wahre, the rest is a nightmare"
Im Winter will ich
_da_ hin.
19.10.01
Rückzug durch Ausbruch?
Was für ein Glück:
Baguette, Ricotta und Pepperoni in der Küche finden,
ich werd noch mal drüber nachdenken, ob ich mir das Essen wirklich abgewöhnen will.
17.10.01
Ich möchte ALLES sein - alles hat eine schöne, eine angenehme, eine gute Seite.
Doch wie das Schöne

vereinen
mit

Farbenflitterüppigkeit?
Nicht sollen die Dinge sich gegenüber stehen, auch nicht nebeneinander, vereint sollen sie sein.
Reden ist Silber und Schweigen ist´s auch, das macht es so schwierig.
15.10.01
Wie lange würde es dauern, gutgehen? Ich, von Außenreizen abgeschirmt, mit Stift und Block. Wann wäre ich leergeschrieben? Und dann?
Der Hoffnungsschimmer wird zum Strahlenbündel - eins steht fest, ich hab Zeit gewonnen.
Am Abend des Geyers schwarzen Haufen ausgegraben - wer´s wissen will:
mal klicken und z.B. die Balladen über Leben, Liebe und Tod anhören.
14.10.01
Wie traurig das WE, ich mag keine Abschiede.
Dennoch ein Lichtblick.
Und ein Hoffnungsschimmer (- wieder mal - wie lange wird sich dieser Abschied hinziehen? Wie oft werde ich Hoffnung begraben, um vor der letzen Schaufel Erde innezuhalten?)
Und eine "spinnerte" Idee (- wieder mal).
Wagenbach schrieb über Kafka: "Die Zeugnisse, die von Kafkas Unfähigkeit, abstrakten Überlegungen zu folgen, seiner Eigenart, in Bildern zu denken, berichten, sind nicht anzuzweifeln." Aha. Das gibt mir zu denken.
13.10.01
Skelette in meinem Bett; irren, allein, über verbrannte Erde, da ist nichts, unendliche braungraue Weite und ich allein mittendrin, da!, ich seh was, lauf drauf zu, eine Knochenhand ist´s, aus der Erde ragend (die meines Bruders, ca. 15 Jahre vor seinem Tod).
Die Skelette in meinem Bett lassen mich nicht schlafen, erst als ein kleines, ein Skelett eines Kindes, ein Kind wie ich, hinzukommt, wird´s besser.
Ich und die Gebeine, ein ewiges Thema
Lebenswege, Irrwege, Auswege, keine Wege, ich glaub nicht mehr an Auswegslosigkeit
Auswegslosigkeit = Hoffnungslosigkeit
Sterben ist der Tod der Hoffnungslosigkeit
Meine Wut ist verflogen oder hat sich versteckt, stattdessen spür ich Trotz - der Trotz ist gut, brauch ich ein Haus? ich hab ein Schiff, das ich mir einrichten kann, und ich bin mein Kapitän.
Und meine hp, sie war mir in den letzten Tagen ein Anker, eine Tür zur Welt und zugleich ein Rückzugsort, wie ein Häuschen vielleicht, in dem ich ein Zimmer ausgebaut hab.
Berlusconi hat abgesagt, bin froh drum, "In ganz Deutschland ist der Herbst eingezogen, nur hier grünt es noch" (NN).
12.10.01
Aha, man nennt es weblog, was ich hier mache.*imNetzgestöberthab*
Auf dem Schiff damals durfte ich das logbuch nicht führen, weil "das nur der Käpt´n darf". Hier bin ich mein Kapitän. Ich kann es machen, wie ich will. Was ich nicht will, ist mir klar, weder mein Seelenleben komplett ausbreiten (auch kein andres Leben) noch täglich berichten, welches Lied um wieviel Uhr auf welchem Radiosender gespielt wurde (selbst wenn ich Radio hören würde).
Und wenn ich will, dann werde ich ...
11.10.01
Spätnachts in einem dunklen chat, Älis ist allein im Raum, Isa tritt hinzu. Beide hatten sich vorher schon per icq unterhalten, sie wissen es voneinander, beide fühlen sich nicht gut:
isa-: klopf klopf
Älis: herein!
isa-: Hallö! ich haette da mal ne frage
Älis: dann fragen Sie mal ...
isa-: ob sie mir vielleicht weiterhelfen koennten?
Älis: womit kann ich dienen?
isa-: ist das hier das amt fuer schnuersenkellose turnschuhalter?
isa-: also wissen sie..also ich hab da naemlich so ein problem und man sagt mir ich wuerde hier eventuel
Älis: oh, da sind Sie leider falsch!
Älis: *bedauer*
isa-: oh..wissen sie dann eventuell wo...also weil..also
isa-: es ist mir wirklich sehr unangenehm
Älis: das ist das amt für vergessliche
isa-: also wissen sie
Älis: nein, ich weiss nichts
Älis: sonst wäre ich hier nicht angestellt
isa-: äh, und weswegen war ich nochmal hier?
Älis: oh, kann es sein, daß sie richtig bei mir sind?
isa-: koennte moeglich sein - wenn sie mir noch sagen wer sie sind und was sie von mir wollen?
Älis: ich bin. ähm ...
Älis: *aufschildguck*
Älis: mitarbeiterin im amt für vergessliche
Älis: übrigens: können sie mir sagen, was ein amt ist?
isa-: wieso amt? was wollen sie denn in einem amt?
Älis: also .. hm .. es liegt mir auf der zunge ...
Älis: wo ist denn hier jemand, der zuständig ist?
isa-: ggg
Älis: haaaallooo lautruf
Älis: ggggggggggg
xyz-Chat: >>> ´XXX' kommt in den Raum 3,2,1,0 gestürmt.
Der eingetretene Herr fühlt sich nicht zuständig. Isa verlässt den Raum. Vorhang.
09.10.01
Mir gefällt die Idee einer SchnipselSammlung, keine Fetzen, die doch meist recht wohlformuliert werden und kein Tagebuch, bewahre, nein, Tagesschnipsel, und da da zur Zeit so ungefähr das einzige ist, was mir gefällt, sollte ich mich dranmachen. *dranmach*
Mal gucken, was sich die letzte Zeit so angesammelt hat...
Eine Stunde später, hm, gefällt mir nicht schlecht bisher - noch ein Archiv!
Ja, und das mit dem Küssen nehm ich zurück, schließlich soll man niemals nie sagen.
08.10.01
ich will niemals wieder geküsst werden
dann wacht man auf
das ist nicht gut, weil es sich so schwer wieder einschläft
06.10.01
... ein automatisch-flüchtiger Blick in den Spiegel und ein Schreck, ich halte den ungläubigen Blick von Schneewittchen fest, doch kaum aus, sie starrt mich aus dem Spiegel an; die Sonne macht´s, die hier durch´s Fenster strahlt und meine Haare Farbe bekennen und mich zu Schneewittchen werden lässt. Schwarz wie Ebenholz, weiss wie Schnee, rot wie Blut, schwarzgefärbt bin ich, blassfahle Haut hab ich und meine Lippen sind wie immer wund gebissen, ich bin eine Schneewittchenkarikatur.
Am liebsten mochte ich das Mädchen mit den Schwefelhölzchen, aber ich hab Angst vor ihr und ihrer Traurigkeit, der unendlichen, wie lange dauert es, wieder und wieder die Angst, hoffentlich darf sie auch diesmal sterben; die alle Anspannung abfallen lassende Erleichterung spüre ich heute noch, endlich ist sie tot.
Die Froschprinzessin mochte ich, obwohl mir der Frosch leid tat, und die Gänsemagd, aber am meisten wollte ich Dornröschen sein, 100 Jahre schlafen und dann weitersehen, mein Opa sang mir oft vor, daß in 100 Jahren alles vorbei sei, also gut, Dornröschen.
05.10.01
Ich hab ein Geschenk gekriegt!
Ein wunderhübsches, supertolles Geschenk. Bei seiner Entstehung durfte ich dabei sein,
das war schon Freude genug, und nun hat sie´s mir geschenkt, was sie da gemacht hat,
hat mir ihre Worte geschenkt, und sie sind so schön, daß ich Lust hatte, sie zu ver-html-nen und nicht für mich behalten will,
sondern allen zeigen, um daß auch andre sich dran freuen können.
Danke, Morgenmuffel :-)
Farben in die Luft schmeißen
und wieder auffangen
möcht so richtig unvernünftig sein jetzt
nie mehr vernünftig
die Nächte durchmachen, untertags schlafen, mitten in der Nacht rauslaufen und -
... um den Mond rumlaufen,
den laut ansingen, Leute rausklingeln und ihnen Geschichten erzählen
den Sushi-Service aus München bis hierher bestellen
Farben in die Luft schmeißen und wieder auffangen
die Sonne einfangen und mit ihr Ball spielen
im Abendrot schwimmen
Wolken runterziehen und wieder hochpusten
och, da gäbs vieles
auf einen Drachen steigen und mir von ihm seine Sicht der Welt zeigen lassen
mit Steinchen, Federn spielen
und einfach mal wieder herrlich ausgelassen sein
ohne mir selber im Weg zu stehen
Pusteblumen im Winter übern Schnee pusten
lachend und weinend zugleich über eine Wiese laufen und mich auf ihr drehen
mich mit Wasserfarben ganz bunt bemalen und dann -
... hier übern Dorfplatz schlendern und Leute anquatschen
einfach mal wieder stundenlang mich ausheulen
jetzt mitten in der Nacht mein Didgeridoo in den Bergen spielen
stolpernd einen Abhang runterrennen und einen Drachen hinter mir herziehen
ganz schön verrückt
lachen, bis der Notarzt kommt
mich frei fühlen, bis ich es nicht mehr aushalte, weil ich davonfliegen würde
hoch ins Weltall springen und mir einen Stern runterglauben
ich würd das ja alles gar nicht aushalten
hm...
das wär ja Leben
und das schließe ich ja grad vollkommen aus
hm....
ich würd gerne Momo treffen wollen
und mit ihr gemütlich irgendwo Eis essen gehen
oder versuchen alle Herbstblätter in meiner Wohnung unterzubringen
Spiegelbilder im See einfangen wollen
mit den Geistern tanzen und lachen
meine Tarotkarten lebendig werden lassen
eine Hexe werden wollen
hm....
jetzt hör ich aber auf
dabei würd ich gerne den kleinen Prinzen suchen auf seinem Planeten
und ihm helfen, seine Rose zu pflegen
und täglich unendlich viele Sonnenuntergänge erleben
doch, es gäb vieles, auf was ich grad lust hätte
ganz viele Träume
und Wünsche
nach Freiheit
nach Farben
nach Wärme
nach Spiel
und Unbeschwertheit
ohne
Verzweiflung
Melancholie
Blockiertheit
Suizidgedanken
Selbsthaß
Einfach nur wunderschöne bunte Träume
und Gefühle
hm......
ich muß wohl wieder aufwachen
und aufhören zu träumen
sondern das Leben in den Griff kriegen
03.10.01
Ich möchte baden in Rasierklingen und diesen rundum blutenden Körper auf weisses Papier drücken, als Abdruck meinerselbst; früher im Schnee wurden Engel draus.
Komposition in Rot
Elend statt Engel