Das hört man gern.
Kurz vor Feierabend, Kollegin zu Älis: "Du siehst aus wie eine Maria. Eigentlich fehlt Dir nur ein Umhang um den Kopf. Weißt Du, du hast so ein altmodisches Gesicht."
Auch google kann mir nicht erklären, was genau man sich unter einem altmodischen Gesicht vorstellen kann. Ansatzpunkte sind Madonna und voluminös
Geisteszustand? 1.
Der Wecker steht auf 7, der Ersatz-händiewecker auf 10 nach 7. Der weckt mich aber um halb 5. Merkwürdig. Weiterschlafen. Kurz drauf erneut dieses Geräusch (das, wie ich nun feststelle, gar kein Klingeln, sondern ein nie von diesem händie vernommener Ton ist). Ein gräßlicher Ton. Der sich nach erneutem Einschlafversuch wiederholt. Und wieder wiederholt. Und wieder wiederholt (händie ausmachen? ich trau mir nicht zu, allein mit dem andren Wecker wirklich aufzustehen). Um halb 7 steh ich ohne ein Weckerschellen auf, es reicht mir. Viereinhalb Stunden sind doch auch genug (ha!). Auf dem Display blinkt "Akku leer". Aha. Bisher dachte ich daß es genügt, wenn so ein Gerät an das Ladegerät angeschlossen ist und das ist es bei mir jede Nacht. Mist. Kaputt.
Während des Kaffeetrinkens fällt mir was ein und ich schau nach im Schlafzimmer. Wirklich wahr, das händie ist angeschlossen am Ladegerät. Dieses jedoch nicht an der Steckdose. Gut. Nicht kaputt.
(Es ist jetzt 15 Minuten nach 7 und ich habe bereits eine mail beantwortet, diesen Text geschrieben und eine Tasse Kaffee getrunken. Wäre alles glatt gegangen, würde ich mich jetzt aus dem Bett quälen. Es hat doch alles sein Gutes. Wozu brauch ich denn Schlaf.)
Geisteszustand? 2.
Gestern nachmittag, viel Durst nach der durchwachten Nacht. Am Rechner sitzen, mail beantworten, Kopf tief in den Nacken und zugleich Flasche voll ansetzen. Es wäre günstig gewesen, den Mund zu treffen. Dies gelang mir nicht. Zwar waren Tastatur und auch ich schnell wieder trocken, jedoch hinterließ die Holunderlimonade in der Nase ein anhaltend unangenehmes Gefühl.
Spaßig war das ja schon irgendwie. Mein Sohn hat mich überredet (ok, viel Überredungskunst gehörte nicht dazu), mir mit ihm zusammen die Oscar-Verleihung letzte Nacht anzusehen. Daß Oscar ein Filmpreis ist, ein hoch geschätzter Filmpreis, das wusste ich schon vorher. Nicht gewusst hab ich, wie spaßig so Übertragungen sein können.
Um 1.15 h schalteten wir also das Fernsehgerät ein, um bis 2.00 h die Vorberichte zu sehen. Zwei Moderatoren in einem Studio, einer auf dem sogenannten Roten Teppich (ein, wie ich all dem entnommen zu haben glaube, wohl feststehender Begriff, eine Art Synonym für Oscar vielleicht?), Moderatoren des amerikanischen Fernsehens, viele Interviews mit verschiedenen "Stars", von denen ich manche auch kannte (die Klärung der Frage, wann man jemanden kennt spare ich mir jetzt).
Kate Winslet fand ich schön und sympathisch (wie auch in ihren Filmen), ebenso Halle Berry (hier die offizielle Seite, scheint ganz witzig, doch mir fehlt jetzt die Geduld zum Laden), Nicole Kidman nur abstoßend.
Nette technische Auffälligkeiten am Rande: Gleich zu Beginn eine minutenlange Störung, der Sender blendete ein Standbild ein: "Störung! - Hände weg von der Fernbedienung", nach Beseitigung der Störung (endlich geht´s weiter!) folgte - eine Werbeunterbrechung. Überhaupt Werbung, das war z.B. so: Interview, jingle, Spot: "Sie sahen magische Momente, präsentiert von *piep*Biermarke*piep" - Spotende, nächster Spot: "Sie sehen nun magische Momente, präsentiert von *piep*Biermarke*piep", jingle, Interview. Vermutlich auch technisch bedingt war das Wechseln der Gesichtsfarbe des unsäglichen Außenmoderators: Während er im Gespräch mit, ich glaube Halle Berry, über Rassenproblematik im "Showbiz" recht in´s Stottern geriet, wurde er auch kurz mal grün im Gesicht.
Nun, die Verleihung war in etwa so, wie ich mir so eine Verleihung auch vorgestellt habe. Whoopi Goldberg moderierte witzig und bissig, und auch ohne alles verstanden zu haben weiss ich, daß es witzig und bissig war. Und so ging das nun dahin, Ansprache, Umschlagöffnung, Spannung, Verleihung, Dankesrede. Aufgelockert durch Werbeblöcke und Showeinlagen. Genial: Der Cirque de Soleil (das würde ich gern sehen!), eine Artistikvorführung zusammenspielend mit Filmausschnitten. Nostalgisch: Ein Medley verschiedener, zum Teil sehr alter, Filmmelodien (das sind Soundtracks). Kontrastig: Die Auftritte der "alten" Musiker (Sting, Randy Newman, Paul McCartney) und zweier Heulbojen, deren Namen ich vergessen habe.
Und wirklich spannend: Die Verleihung des weiblichen Hauptpreises (mißverständlich? Ich meine der Award für die beste weibliche Hauptrolle). Keine der Kandidatinnen hab ich jemals in einem Film gesehen, meine Gefühle begründen sich einzig auf die während des Abends entstandenen Sym- und Antipathien. Und wirklich jede wäre mir recht gewesen, ich finde sie doch alle nett, alle bis auf N. Kidman (/delete "Schnepfe"). Der Umschlag wird geöffnet, der Name Halle Berry vorgelesen, und in dem aufschluchzenden, zur Bühne stolpernden (hat sie wirklich ihren Schuh verloren?) Wesen erkenne ich die mir im Laufe des Abends schon öfter angenehm aufgefallene Frau.
Und obwohl ich weder ihren noch den Film der N. Kidman gesehen habe, ich bin sicher, daß der Preis zurecht an Halle Berry verliehen wurde (die drei andren Schauspielerinnen mal außer acht gelassen). Nicht weil sie schlicht die mir Sympathischere der beiden ist, nein, ich stütze meinen Gedankengang auf rein sachliche Überlegungen: Davon ausgehend, daß Halle Berry´s Auftritt "echt" wahr, die Tränen, die Fassungslosigkeit und Überwältigung (falls ich mich täusche und dies alles gespielt war, dann hat sie den Oscar ohnehin verdient, dann wäre das gar keine Frage), daraus also folgere ich, daß sie differenzieren kann. Differenzieren zwischen Schauspiel und Leben, daß sie in der Lage ist, wahre Gefühle zu zeigen, die Maske abzusetzen - dies mag kein Kriterium für die Entscheidung der offiziellen Jury (wer eigentlich ist das?) sein, mir jedoch genügt es.
Und N. Kidman? Die zeigte weder Gefühle noch überspielte sie diese wirklich gut, diese - sicherlich vorhandene - Enttäuschung (war sie doch, wie ich heute nachlas, absolute Favoritin), Wut und/oder Traurigkeit. Zwar verlor sie nicht ihr den ganzen Abend wie eingefroren wirkendes Lächeln, doch da war plötzlich diese Falte, diese kleine Falte auf der ansonsten makellosen Stirn.
Nun aber genug der Oscar-Betrachtungen. Natürlich wäre das eine oder andre Kleid der einen oder andren Dame durchaus erwähnenswert, ebenso der Ehrenoscar für Sidney Poitier und die Gedenkminute. Und daß ich mich gefreut habe, unvermutet Jodie Foster (die ich einfach nur gut finde) zu sehen und es schade fand, Orlando Bloom nicht zu sehen. Doch ich bin müde.
Um 7.00 h am Morgen bin ich in´s Bett, um 8.00 h weckte mich das Schellen an der Haustür, um 11.00 h das Schellen an der Wohnungstür. Doch ich war nicht da. Geträumt hab ich von Russel Crowe, zum Glück hab ich den Inhalt des Traums vergessen. Seit halb 3 nun bin ich wach, um halb 5 weckte ich mein Kind, wir hängen matschig rum und überlegen, ob wir die zweistündige Zusammenfassung der Highlights der diesjährigen Oscar-Verleihung noch heute oder demnächst auf Video ansehen.
Kennst Du das? In Dir taucht ein Gedanke auf, oder ein Gefühl, vielleicht auch eine Mischung oder Verbindung von beiden, so genau ist das oft nicht zu trennen. Du wunderst Dich ein wenig, diesen Gedanken hast Du noch nie gedacht, das Gefühl noch nie erlebt, zumindest nicht bewusst, es ist Dir fremd und neu. Betrachtest es von allen Seiten, doch der Gedanke bleibt fremd, Du weisst nicht wo er herkommt, siehst keine Verbindung zu vorher gedachten Gedanken, zu vorher Erlebtem. Vielleicht gefällt Dir der Gedanke, vielleicht freust Du Dich: Ein völlig neuer Gedanke, ein noch nicht gelebtes Gefühl, Du hast Lust, damit zu spielen, spinnst ein bißchen rum, baust aus, machst Dir das Neue vertraut.
Und dann geschieht das wirklich Bemerkenswerte: Es dauert zwei oder drei Tage, Du liegst abends in Deinem Bett und liest noch in dem neuen Buch (Du kannst auch im Zug oder sonstwo sitzen und in dem neuen Buch lesen, das spielt keine Rolle), ein Buch vom Wühltisch eines Kaufhauses, Du hast nie davon gehört, kennst auch den Verfasser nicht, doch der Klappentext sprach Dich an. Liest also in diesem Buch und findest dort Deinen neuen Gedanken aufgeschrieben, Dein neues Gefühl beschrieben.
Passiert Dir das manchmal? Mir auch. Hinterlässt ein merkwürdiges Gefühl, nicht wahr? Ein bißchen schal ist das schon, alles schon geschrieben, alles schon gelebt.
Am Abend kurz vor 6, gleich macht der Laden zu und ich hab keine Löffeleier, schnell anziehen, Tasche nehmen und die Straße vor zum Laden. Zwei 5-Minuten-Terrinen, Buttermilch und Quark in das Wägelchen, doch nirgends Löffeleier. Dabei hab ich die hier doch schon gekauft, oder? An der Kasse sitzt der Ladenbesitzer und während ich meine paar Sachen aufs Band lege, frag ich: "Löffeleier haben Sie wohl nicht?" - "Ich hab _WAS_ nicht?" (Ungläubiger Blick). - "Äh, Löffeleier ..." - "Löffeleier???" - "Ja, so 4 Eier in einem Karton mit Löffeln, zum Löffeln, die sind total lecker und gut". - " ---" Die Kundin hinter mir: "Na klar, in einem blauen Eierkarton!" und ich freu mich "Genau!"
Wieder zu Hause hab ich mit google´s Hilfe die Löffeleier gefunden, nebenbei noch einen sehr hübschen Kuhrsor runtergeladen (mit dem jedoch schlecht zu arbeiten ist), keinen Toaster gesehen (*schluchz*), dafür jedoch ein Frühstücksset (*abwäg*) und eine -tja, niedliche? geniale? süße womöglich?-, eine Karte jedenfalls gebastelt (allerliebste Grüße an den Empfänger, schön war´s vorhin :-)) und das ganze gibt´s hier
tage wie eintopf: zäh und trüb. allerlei dinge drin: eindeutig, bekömmlich, lecker sowie: schleimig, eklig, giftig. der große rest: fad, blaß, farblos.
nächte wie *sumpf*: leben im zerfallenden, verwesenden körper mit der frage: wach ich oder träum ich?
schlimm: es wird langsam egal. (und da hörte sie ein geräusch und konnte es erst nicht einordnen, ein merkwürdiges summen, das mit zunehmender lautstärke vertraut und vertrauter erschien und sie ging in´s nebenzimmer und sah den kessel. sein inhalt begann zu sieden. schemenhaft war der schatten einer großkatze wahrnehmbar, die mit weiten sätzen in der ferne verschwand.)
(schlußstrich)
*kreisch*Das hat mich grad echt geschockt. Fühl mich wie teilamputiert. Was mach ich denn jetzt ...?
Mittags durch den Bahnhof laufen, auf dem Weg zum Untergrund, der Mann kommt mir entgegen, ich nehme ihn wahr wie ich immer Menschen wahrnehme, die mir über den Weg laufen, im Vorübergehen, er: schwarze Haare, schwarzer gepflegter Bart, weißes Hemd, schwarze Hose, schwarzer Mantel, vielleicht 40 Jahre alt. Auch im Vorübergehen, wir sind nun auf etwa gleicher Höhe, flüchtiger Blickkontakt, meine Augen schweifen schon weiter; da: macht er einen schnellen Schritt auf mich zu - Augen zurück, treffen auf die seinen, diesmal nicht zufällig -; da: sagt er ein paar Worte in einer mir fremden Sprache, mit fast geschlossenen Zähnen kommen diese Worte fast zischend; da: trifft mich was (innerlich) ...; da: hält er mit gespreizten Händen seinen grauen Schal (Cashmere?) vor mein Gesicht, bewegt diesen fangend auf mich zu ("hab ich dich!"?) und zieht die Schlinge vor meinen Augen mit einem Ruck zu. KrRRZzZKkZzZZ! Dauer der Aktion: 20 Sekunden oder eine Stunde? Beide blieben wir nicht stehen, alles geschah im Vorübergehen.
Das war heute wirklich und kein Traum diesmal. Ebenso wirklich hinterher die Starre in der U-Bahn (anstatt das Buch weiterzulesen, auf das ich mich gefreut hatte), ebenso wirklich der Ekel und das Nichtverstehen und das Grauen in der U-Bahn (anstatt im Buch weiterzulesen, worauf ich mich gefreut hatte), ebenso wirklich der Wunsch, ein Vampir sein zu wollen und der Jägerin ruhig entgegenzutreten, um daß es endlich vorbei ist.
Beruhig Dich, - ich bin ruhig, ruhig wie tot -, steiger Dich nicht rein, - tu ich nicht, es ist da -, Dir sind schon wirklich viel schlimmere Dinge passiert, - und sie können jederzeit wieder passieren - - -
Und dann langsames Lösen der Starre weil: Ihm steht es nicht zu, diese Macht, soviel Macht, um mich in eine Starre zu treiben, soviel Macht wird er nicht kriegen, nicht von mir. Wie niemals mehr wieder irgendwer zuviel Macht über mich kriegen wird. (Sagt mir mein Verstand so ein. Und versucht verzweifelt, das "Andre" in mir davon zu überzeugen.)
Gestern im U-Bahnhof, auch zur Mittagszeit:
Ein Junge und ein Mädchen, vielleicht 16 oder 18 Jahre alt laufen daher mit einem wunderschönen Schäferhund. Er würde gern spielen, wie es scheint, hört aber auf das "Platz" des Mädchens. Schaut sich aufmerksam um. Erst als die Zwei sich intensiv zu küssen beginnen, wendet er seine Aufmerksamkeit zu den beiden. Legt den Kopf schief, guckt schräg nach oben und hält wie fragend die Schnauze offen "Was macht ihr denn da?"
Nicht nur der Hund beobachtet das Pärchen. Schon vor dem Kuß lange Blicke der Umstehenden. Argwöhnische Blicke, wütende Blicke. Einige Menschen gingen sichtlich auf Abstand. Liegt´s an Angst vor dem Hund? Oder an dem rot-grünen Stachelirokesen des Jungen? Oder an der zerfetzten Jeans und der Kapuze des Mädchens, aus der ein paar bunte Zöpfe hervorbaumeln? Der Kuß ist beendet, sie reden mit dem Hund, da kommt eine alte Dame auf die kleine Gruppe zu. Wirklich eine Dame, vielleicht 80 Jahre alt, dezent geschminkt, weiss onduliert, teuer gekleidet. Humpelt also so an ihrem Stock her und sagt: "Was bin ich froh, Sie hier zu sehen - es tut mir so leid, daß ich Ihnen eben den Weg falsch erklärt habe - ich hatte ein sehr schlechtes Gewissen" - Der Junge lächelt freundlich "Kein Problem, das macht gar nichts, wir haben es bemerkt und noch mal gefragt" - "Ach, ich bin ja so erleichtert" und erleichtert humpelt sie weg. Die argwöhnischen Blicke der Umstehenden haben sich längst in erstaunt-verwundert-nochargwöhnischere Blicke verwandelt .... ("Das ist doch eine von UNS" Sauber und normal wie WIR! Warum spricht sie lächelnd mit SOWAS?") Beim Einsteigen in die Bahn erzählt mir der Junge, daß das mal ein Polizeihund war, der eingeschläfert werden sollte, weil er einen psychischen Knacks hat.
In der Bahn dann ein Bild, dass ich sicher nicht mehr vergessen werde. Der Hund, der riesige, steht mit den Vorderpfoten auf den Knien des sitzenden Jungen, schnüffelt scheinbar an dessen Ohr. Und neben diesem Ohr, aus der Kapuze raus, lugt ein kleines Gesichtchen ... Hund und Ratte beschnuppern sich, Hundenase so groß wie der gesamte Rattenkopf und es sieht aus, als würden sie sich neben den rot-grünen Stachelhaaren küssen.
Mein schwarzes Samtjacket besitze ich seit 11 Jahren. Das weiss ich deshalb so genau, weil ich es anläßlich der Hochzeit kaufte. Als der Vater meines Sohnes seine Frau heiratete und ich die Trauzeugin war. Seit 11 Jahren besitze und trage ich diese Jacke, immer wieder, nicht nur zu "Anlässen". Und heute hab ich in drei Minuten das geschafft, was ich ja erst seit 11 Jahren tun will: Die Schulterpolster, die häßlichen Dinger, sind nun draussen.
noch ein nachtrag: weiss nicht wie doch irgendwie hab ich mich eingesperrt, eingesperrt in glas treib ich so dahin ...
Oder so?
Es ist gut, diese Bilder machen zu können, dabei weder denken noch fühlen müssen und während es rendert, schnell abspülen, Wäsche auf die Leine hängen oder Kaffee kochen.
Gestern zum ersten Mal nach 12, 15 oder gar 17 Jahren wieder eine 5-Minuten-Terrine von Maggi gegessen. Die Sorten scheinen andre Namen zu haben, jedoch scheint nichts andres drin zu sein. Der Geschmack hat sich nicht verändert, die Terrine schmeckt immer noch nach Weizenbier aus der Kaffeekanne, dem Grauschleier über der Stadt und Mayonaise. Hab heute gleich Vorrat gekauft.
Es gibt so merkwürdig träge Zeiten. Highlights sind Psychotests oder Spielereien wie diese:
Doch, ich besitze und trage lange schwarze Röcke ...
Viel lieber würde ich was andres machen, jedoch, ich krieg´s nicht hin. Nicht so, daß ich zufrieden bin. Zufrieden aber bin ich damit (für´s Erste) und das nun ist mehr als schnöder Zeitvertreib. Das ist Bryce und ziemlich geil.
Manchmal verdient das Schicksal, daß man ihm seinen Dank ausspricht. Zum Beispiel wenn mittags der Bus nicht wie sonst mit Schülern vollgestopft ist. Wenn man nicht nur einen Sitzplatz hat, sondern auch Rempler weder beim Ein- noch beim Aussteigen, keine an alle möglichen Körperstellen drückenden Rucksäcke und vor allem kein Geschrei in den Ohren. Besonderen Dank verdient das Schicksal dann, wenn es diese wundersame Busfahrt nach einem Zahnarztbesuch stattfinden lässt.
55 % Spock und 0% Worf. Aha. Sagt mir zumindest diese Seite.
Mittags kurz vor 12.00 h, ich sitze am Rechner und schreibe, habe bereits abgespült und die Waschmaschine läuft. Normalerweise, wenn ich frei habe, steh ich um diese Zeit auf. Normalerweise ...
Anruf letzten Freitag eines Kollegen, ob ich am Dienstag einspringen kann. Ja. Bin also heute pünktlich um 9.00 h in der Arbeit, plaudere ein wenig mit dem Pförtner, als die Chefin rein kommt - die ich heute eigentlich vertreten sollte.
"? Du bist da? Bleibst Du?" - "Ja klar, warum?" - "Weil ich Dich vertreten sollte, es hieß, Du seist krank" - "Quatsch".
Vorsichtshalber verließ ich das Haus sehr schnell - womöglich wäre meine Wut jemandem schlecht bekommen. Ich hasse früh aufstehen (besonders nach schlafarmen Nächten), hab eine Verabredung abgesagt und unnötig Geld für die Fahrkarte ausgegeben - naja. Meine Wut verraucht schnell, als ich in der Sonne stehe. Es kommt mir vor, als hätte ich einen Tag geschenkt bekommen - in einer halben Stunde fährt mein Zug zurück, um 10.00 h bin ich zuhause und hab grad richtig Lust, mich um den Haushalt zu kümmern. Noch schnell ein paar Sonnenstadtphotos gemacht und dann zum Bahnhof, auf zu Gleis 19.
Zeitunglesend sitze ich auf der Bank, und höre eine Durchsage:
"Achtung, Fahrgäste auf Gleis 19 - ihr Zug nach A. fährt heute wegen verpäteter Zugfertigstellung 5 bis 10 Minuten später ein."
Das ist auf dieser Strecke normal und kümmert mich nicht weiter.
"Achtung auf Gleis 19, ihr Zug nach A. fährt heute ausnahmsweise auf Gleis 17 ab."
Wartende Menschen bewegen sich Richtung Gleis 17, ich auch.
Dort jedoch steht der Zug nach B. und die Schaffnerin meint, daß anschließend hier der Zug nach N. abfahren wird. Hm? Wir haben die Durchsage doch gehört ... Das muss ein Mißverständnis sein. Sie funkt die Zentrale an und erfährt, daß der Zug nach A. 5 bis 10 Minuten später auf Gleis 22 abfahren wird. Aha, gut. Geräusche im Funk, sie lauscht: Nein, der Zug wird auf Gleis 19 abfahren, allerdings mit ein paar Minuten Verspätung.
Zurück auf Gleis 19, die Zeitung aus der Tasche holen.
"Auf Gleis 19 bitte beachten Sie, der Zug nach N. fährt heute ausnahmsweise auf Gleis 17 ab."
Ok, vielleicht hab ich mich (und die andren) vorher doch verhört.
"Eine Durchsage für Gleis 19: Der Zug nach A. wird heute wegen verspäteter Zugfertigstellung 20 bis 30 Minuten Verspätung haben."
Noch einen Kaffee trinken gehen? Ach nein, ist schön hier in der Sonne.
"Bitte beachten Sie auf Gleis 19, der Zug nach A. wird vorraussichtlich 10 bis 15 Minuten Verspätung haben."
Gut, daß ich nicht weg bin, das ist gleich soweit.
"Bitte beachten Sie einen Hinweis auf Gleis 19: Der Zug nach A. wird heute wegen verspäteter Zugfertigstellung entfallen. Ihre nächsten Reisemöglichkeiten ..."
Ich kenne meine Reisemöglichkeiten, weiss, daß dieser Zug stündlich fährt und ich weitere 40 Minuten Wartezeit vor mir habe. Auf dem Weg in die Haupthalle begegne ich der netten Schaffnerin von eben und frage sie spaßeshalber, ob die Bahn irgendwo einen Kaffee ausgibt und siehe da - ohne mit der Wimper zu zucken zieht sie aus ihren Unterlagen einen Gutschein "1 Tasse Kaffee, einzulösen bei Yorma´s, Osthalle, oder im Cafe Bistro Eberl, siehe Rückseite"
Dieses Cafe Bisto kenne ich gar nicht, wo könnte das sein?, ich schau auf die Rückseite des Gutscheines und sehe nichts außer weißem Papier, und da, wie sich herausstellt, das Cafe Bistro gar nicht existiert, bzw. identisch ist mit Yorma´s, hat das ja irgendwie alles seine Richtigkeit.
Kurz vor dreiviertel 11 steige ich in den Zug, der mich nach Hause bringen soll und jetzt beim Schreiben überlege ich, ob die vier Minuten Verspätung dieses Zuges überhaupt noch erwähnenswert sind.
Spontanität
Ich komm um 21.00 h von der Arbeit nach Hause und während ich vor der Wohnung nach dem Schlüssel suche, keucht der Nachbar im Sportdress die Treppen hoch. Seine Freundin wartet bereits in der offenen Tür. Kurzer Dialog:
Älis: "Hallo - aha, Abendsport ..."
Nachbar: "Ja - der Winterspeck muss weg"
Älis: "Den hab ich mir gar nicht erst angefressen"
Das war vor einigen Wochen und seitdem schauen die so seltsam ...
Wehren gegen das Erwachen, Schatten über Schatten, an der Wand und überall, viel zu lange geschlafen, Druck im Kopf, Unruhe, was war nur? Keine Erinnerung, schemenhafte Ahnung von Gewesenem, geträumt oder gelebt? hier endet die Ahnung, - die verletzte Pantherin, wie mühsam sie sich vorwärts schleppt, Meter um Meter, die Beine knicken kraftlos ein, der Bauch berührt fast den Boden, doch sie kommt voran, langsam, den Kopf hält sie oben, sie darf dem Drang nicht nachgeben, dem Drang den Kopf auf den Pfoten abzulegen - schwindlig fühlen, keine Lust auf den Tag, liegenbleiben, keine Lust auf´s Leben, wozu auch? keine Lust auf derlei Fragen, sie sind langweilig geworden und selbst das ist egal, ist es egal? Egal was zwischen Jetzt und Nachher geschieht, das Nachher wird kommen - die Pantherin wird überleben, so lange sie den Kopf oben hält, auch diesmal wird es ihr gelingen. Treiben durch Grau, das Telefon schellt, der Alltag will gelebt werden, nebenbei, Starren in Farblosigkeit. Das Leben hatte mich nie lieb (und erspart sich somit den Kummer der unerwiderten Liebe), doch scheint es sich nicht mal mehr für mich zu interessieren, es ist, als hätte es mich abgehakt: "Ich brauche Dich nicht mehr!"
So lange geschlafen und doch so müde, durch den Spalt der Jalousie fällt Tageslicht, ein Blick auf die Wanduhr zeigt: Es ist wirklich spät geworden, mittlerweile wurde es März.
Das nicht existente Feuer glimmt nur schwach, Zeit schleicht auf leisen Sohlen unmerklich (um den heißen Brei?) im Kreis, hin und wieder springt ein Funken, jedoch nicht über.
Gestern
morgen das Öffnen des Briefkastens: Wieder quillt mir schier kiloweise Wahlpropaganda entgegen. Beim sofortigen Entsorgen in die Papiertonne stellt sich mir die Frage, warum eigentlich Parteien sich nicht an "Werbung verboten"-Aufkleber halten. Schlimm genug, alle 20 Meter auf Plakate zu stoßen: übermenschgroße verkrampft grinsende Gesichter und unsägliche Slogans ("Wir brauchen keinen Krieg - die Stadt braucht das Geld selber"). Doch auch Erleichterung: Das war´s für´s Erste, morgen ist Wahl. Aufgefallen ist: Je unsympathischer eine Partei auf mich wirkt, desto mehr Papier scheint sie für fliegende Belästigung zu verschwenden. Was sie nicht sympathischer macht.
Der Eindruck bestätigt sich am Abend: Nur CSU und NPD halten es für nötig, auch noch am Vortag Etliches an Papier unter die Leute zu verteilen. Darunter auch ein Päckchen Papiertaschentücher "mit den besten Wünschen Ihrer CSU". Im chat wurde mir von out erklärt, warum die CSU das macht: "Deren Politik ist ja schließlich zum Heulen"
Mittlerweile sind die Ergebnisse da: Ich bin´s zufrieden und wieder mal froh, im schönsten Teil Bayerns zu leben.